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Monday, 06 February 2012
 
 
Netzwerk aus der Steckdose (Teil 2)
Auch die technische Überlegenheit von xDSL machen es dem Internet aus der Steckdose nicht leicht. Erstens teilen sich ca. 30-100 User den 2Mbit-Anschluss, was zu Datenraten von 150–300kbit pro Haushalt führt. Zweitens sind die Latenzzeiten der Übertragung momentan noch zu lang, um auch Echtzeitanwendung wie VoIP (Telefonieren übers Netzwerk) zur Zufriedenheit der Kunden zu realisieren.

Dagegen hat die Variante Zwei, das Inhouse Stromnetz als Netzwerkgrundlage zu verwenden, durchaus seine Berechtigung.

Jeder hat schon einmal von dem Traum der totalen Hausvernetzung, dem Gespräch von Kühlschrank und Mikrowelle, Videorecorder und Handy, gehört. Was liegt da also näher, als das vorhandene Stromnetz als Kommunikationsgrundlage zu nutzen. Die Geräte müssen in jeden Fall angesteckt werden.

Störeinflüsse wie bei WLAN durch dicke Wände, Wasserleitungen oder Stahlbeton gibt es hier nicht. Die Daten werden auf das Stromkabel übertragen und durch Übersprechen (dem Überlagern von analogen Signalen auf benachbarte Leitungen) auf andere Leitungen verteilt. Der Stromzähler verhindert dabei, das anderer Hausmitbewohner von der Kommunikation etwas mitbekommen. Außerdem werden die Informationen mit dem 56bit-DES-Algorithmus verschlüsselt. Dies hört sich zwar nicht viel an, aber in Anbetracht der Tatsache, dass das Signal auf ca. 84 Frequenzbänder verteilt wird, erreicht man einen höheren Sicherheitsstandard als beim 802.11b WLAN.

Bruttodatenraten von 14Mbit/s und eine Reichweite von bis zu 200 Metern sind möglich. Damit kann in jedem Fall ein Internetzugang für mehrere PCs über einen Powerline Router realisiert werden. Und das Alles, ohne neue Kabel verlegen zu müssen.

Auch eignet sich die Technologie um vorhandene WirelessLan Umgebungen zu erweitern, da Powerline Adapter auch als Transparente Bridge eingesetzt werden  können.

Zukünftig sollen Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s über Stromkabel möglich sein.

Für die Übertragung von Daten über die Elektroinstallation gibt es mittlerweile verschiedene Hersteller. Da es keine festen Standards gibt, empfiehlt es sich, bei einer Installation immer nur Adapter derselben Firma zu verwenden.

Geräte gibt es bei


Allnet:             http://www.allnet.de vertreibt Produkte unter der Marke Powernet

Devolo:           http://www.devolo.de vertreibt Produkte unter der Marke MicroLink

Dlink               http://www.d-link.com vertreibt Produkte unter der Marke PowerNetwork

Corinex:          http://www.corinex.com vertreibt Produkte unter der Marke Intelligent Power Net


Der neueste Trend sind so genannte All-in-One Lösungen. Das sind ADSL-Router mit integriertem Ethernetswitch, DSL-Modem (nach UR-2), WLAN AccessPoint, Powerline Bridge und PrintServer. Für den professionellen Einsatz gibt’s diese auch mit ISDN-Backup, falls der DSL Zugang ausfällt, als VPN Gateway sowie der Implementierung von IDS und Firewall Systemen.


Fazit:

Darauf zu warten, dass der eigene Haushalt ans Powerline Netz angeschlossen wird, macht nach der momentanen Lage keinen Sinn. Wer jetzt den Breitbandzugang in das Internet möchte, sollte nach Möglichkeit auf DSL-Produkte wie ADSL oder SkyDSL setzen. Für das Netzwerk zu Hause oder im Büro bietet diese Technologie jedoch durchaus eine Alternative oder eine Ergänzung zu WirelessLan Systemen. Nur ein Trostpflaster bleibt: Wenn große Datenmengen durch das Netzwerk geschickt werden sollen, wird man wohl nicht um eine Kupferverkabelung nach CAT5 oder 6 herumkommen. Hier sind der Powerline Technologie noch Grenzen gesetzt.

Last Updated ( Thursday, 12 June 2008 )
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